Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit der Völker und für Demokratie
Es lebe der 1. Mai! Bijî yek Gulan! Yasasın 1. Mayıs!
Dem 1. Mai 2009 begegnen wir in Kurdistan, sowie in vielen Orten der Welt, im Schatten der finanziellen Krise und den damit verbundenen Ungerechtigkeiten mit denen die Menschen konfrontiert werden. Die imperialistischen und kapitalistischen Mächte versuchen mit Hilfe ihrer militärischen Macht, einerseits die Freiheit und Vielfalt zu zerstören und andererseits in aller Hektik den Grundstein für eine „Neue Weltordnung" im Rahmen ihrer Interessen zu legen. Das auf Kosten der Arbeitenden erzielte Kapital wird überwiegend in Kriege und Zerstörung der Lebensgrundlagen investiert. Armut und Arbeitslosigkeit hat es in allen Phasen des Kapitalismus gegeben. Die schmutzige Politik von heute, die auf dem System der finanziellen Krise aufbaut, trifft hauptsächlich die Arbeitenden. Während die Arbeitenden immer mehr in den Armut gedrängt werden, versuchen die Kapitalisten durch angebliche „Lösungen" lediglich neue Geschäfte aufzubauen. Zieht man imperialistisch kapitalistische Gipfel wie den G-20 in Betracht, welche angeblich zur Bekämpfung der finanziellen Krise organisiert werden, so ist es einfach zu erkennen, dass sie nur ein leichtes, kurzfristiges Aufatmen der Konjunktur zum Ziel haben. Das kapitalistische System ist nichts anderes als der Unterdrücker der Arbeitenden, und ein System, dass Krise produziert und sämtliche demokratische Werte zerstört. Die pro-kurdische demokratische Gesellschaftspartei (DTP) erlangte bei den letzten Kommunalwahlen am 29. März 2009 in der Türkei einen Sieg in den kurdischen Gebieten gegen die Regierungspartei AKP. Dieser Wahlsieg sollte aus Sicht der Kurdinnen und Kurden als Basis für eine politisch-friedliche Lösung der kurdischen Frage eingesetzt und genutzt werden. Um diese Phase zu unterstützen, verkündete die PKK bis zum Juni einen einseitigen Waffenstillstand an. Diese Entwicklungen haben die konservativen Mächte, allen voran die AK (Regierungspartei in der Türkei) und den tiefen Staat (illegale Strukturen innerhalb des Staates, die im Hintergrund den Staat führen) in Unruhe versetzt. Das neue Gesicht des Imperialismus, Barack Obama musste sich aufgrund der gescheiterten Nah-Ost Politik, mit der AKP-Regierung vereinbaren. Der Grund dafür liegt darin, dass die Kurden, durch die mit Hilfe ihres demokratischen Willens gewonnenen kommunalen Verwaltungsämter, nicht nur in Kurdistan und in der Türkei, sondern auch im gesamten Nahen Osten die konservativen und imperialistischen Mächte geschwächt haben. Die konservativen Mächte in der Türkei, allen voran die AKP-Regierung und das Militär, welche die Schwächung ihrer Macht befürchtet, erhöhen ihre Angriffe auf die DTP und das kurdische Volk. Sie beharren noch immer an ihre Politik der Verleugnung und Vernichtung. Mit dem Anlass des 1. Mai bzw. des Welt-Arbeitertags richten wir unsere Stimme an alle Unterdrückten: Lasst uns Demokraten, Fortschrittliche und Revolutionäre gegen jede Art von Unrecht, unsere Stimme erheben und Widerstand leisten. Wir Kurden leisten nicht Widerstand um geteilt zu werden, sondern um die Gleichberechtigung aller Völker, Arbeitenden und Frauen zu erreichen. In diesem Sinne zeigen wir unsere Solidarität mit dem unter schwierigsten Bedingungen (Isolationshaft) geleisteten Widerstand des Vertreters des kurdischen Volkes, Herrn Abdullah Öcalan. Wir wissen, dass der gemeinsame Widerstand der Völker nur mit der Gemeinsamkeit der Kurden, Türken, sowie allen anderen ethnischen Gruppen und allen anderen demokratischen Kräften bewerkstelligt werdenkann. Lasst uns gemeinsam für Frieden, Gleichheit, Arbeit und Nahrung kämpfen. Als Kurden glauben wir, dass Probleme nicht mit Gewalt, sondern nur mit Dialog zu lösen sind. Es lebe der 1. Mai, Tag der Arbeitenden sowie der Kampf für Freiheit, Demokratie, Frieden und Geschwisterlichkeit in Kurdistan, der Türkei und in allen Teilen der Welt.





